Vermisstensuche unter der Hotline der Polizei: 0800 – 65 65 65 1
Hotline „Beratung und Betreuung“ – Rufnummer 02641/975-950
Psychosoziale Beratung für Hochwasserbetroffene: 0800 0010218
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Freitag, 29. Mai 2020

HINWEIS (Veröffentlichung vor 1 Jahr): Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

Mehr Konflikte in Familien durch die Corona-Pandemie?

Bilanz des Gesundheits- und Jugendamts zu Auswirkungen im sozialen Bereich

Durch die Corona-Pandemie haben sich viele gewohnte Strukturen und Abläufe geändert – auch der gesamte soziale Bereich ist davon betroffen. Für die Jugendhilfe im Kreis heißt dies zum Beispiel, dass etablierte Netze der Förderung und Unterstützung durch Kitas, Schulen und Fachkräfte für einige Zeit vollständig oder teilweise entfallen. Gleichzeitig haben sich möglicherweise Existenzsorgen in manchen Familien massiv verstärkt. Die fehlenden Angebote können dazu führen, dass im häuslichen Bereich vermehrt Konflikte entstehen oder sich diese verstärken. Das geht aus der Bilanz des Jugend- und Gesundheitsamtes für die vergangenen Wochen hervor.

Die Zahl der Meldungen zu Kindeswohlgefährdungen sei in den ersten Wochen des „Lock-Downs“ im Vergleich zur der Zeit vor der Pandemie zwar tendenziell zurückgegangen, erklärt Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Gesundheit im Kreis Ahrweiler, jedoch könne dies darauf zurückzuführen sein, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht regelmäßig die Kitas und Schulen besuchen. „Meldungen dieser Institutionen – die einen großen Teil der Gefährdungsmeldungen ausmachen – sind in den vergangenen Wochen weitgehend ausgeblieben.“ Mit den zunehmenden Lockerungen steige die Zahl der Meldungen inzwischen wieder langsam an und nähere sich dem Ursprungsniveau. Nach wie vor wurde und wird jede eingehende Gefährdungsmeldung umgehend bearbeitet. „Auch die Inaugenscheinnahme und persönliche Gespräche erfolgen in Kinderschutzfällen nach den üblichen Kriterien“, sagt Jugendamtsleiter Holger Lind.

Offenbar nehmen die Konflikte zwischen getrennt lebenden Eltern zu: Die Zahl der Beratungen im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von Umgangskontakten ist seit Mitte März gestiegen, teilt die Kreisverwaltung mit. Gleichzeitig haben die Familiengerichte insbesondere in den ersten Wochen Verhandlungen im Zuge der Corona-Pandemie verschoben. Dringende Gerichtstermine fanden jedoch weiterhin statt und wurden von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des Jugendamts wahrgenommen. Inzwischen erfolgen wieder vermehrt Terminierungen.

Die beauftragten freien Träger der Jugendhilfe haben die Umsetzung ihrer Hilfe-Maßnahmen ebenfalls an die Situation angepasst: Im ambulanten Bereich werden zum Beispiel Videochats angeboten oder Treffen im Freien vereinbart und somit die Kontakte zu den Familien aufrechterhalten.

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