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Montag, 15. Januar 2024

Katrin Eder: „Wichtiges Instrument für ökologischen und ökonomischen Wiederaufbau des Ahrtals“

Klimaschutzministerin übergibt Förderbescheid über 251.300 Euro an den Landkreis Ahrweiler zur Umsetzung der „Clusterinitiative Boden- und Bauschuttmanagement“

„Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vor fast genau zweieinhalb Jahren hat unvorstellbares menschliches Leid hervorgerufen und immensen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Neben den vielen Toten und Verletzten wurde in riesigem Ausmaß auch Wohnraum und Infrastruktur zerstört. Die Erosion der Böden durch den starken Dauerregen und die schiere Gewalt der durch das Tal strömenden Wassermassen haben gewaltige Mengen an Böden und Bauschutt im Tal verschleppt. Diese, aber auch insbesondere beim anstehenden Wiederaufbau anfallenden Massen gilt es beim Wiederaufbau der Infrastruktur ökologisch und ökonomisch sinnvoll zu verwerten. Hierfür bedarf es eines intelligenten Boden- und Bauschuttmanagements“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids über 251.300 Euro an den Landkreis Ahrweiler.

Da der Anfall der Boden- und Bauschuttmassen und deren Bedarf zum Wiederaufbau zeitlich meist nicht aufeinandertreffen, muss vermieden werden, dass verwertbarer Boden- und Bauschutt außerhalb des Tals teuer entsorgt wird und später beim Wiederaufbau der Infrastruktur wieder große Bodenmassen von außerhalb in das Tal geliefert werden müssen. In einem ersten Schritt hat der Abfallwirtschaftsbetrieb der Kreisverwaltung Ahrweiler für seine Internetseite eine Börse entwickeln lassen, auf der Baustoffe, Böden und Gebrauchtwaren angeboten und gesucht werden können. Hier sollen vor allem Privatpersonen eine Hilfestellung erhalten.

Diese Börse ist jedoch ungeeignet für größere Maßnahmen wie insbesondere Infrastrukturprojekte. Über eine Boden- und Bauschuttbörse im gewerblichen Bereich müssen verbindliche Angaben abgegeben und abgefragt werden können. Beispielsweise muss sie Auskunft darüber geben, wo wann welche Bodenqualitäten (Bodenart, Bodenmechanik, Schadstoffgehalte usw.) in welcher Menge lagern. Auch bedarf es umfangreicher Vernetzung und Schulung der Akteure im Tal, um ein effektives verwerten der Boden- und Bauschuttmassen im Tal sicherzustellen. Ein mit dieser Leistung beauftragtes ortsansässiges Ingenieurbüro hat Anfang 2023 mit der Strategieentwicklung der Clusterinitiative begonnen und Mitte 2023 ein Präsenzbüro in Bad Neuenahr-Ahrweiler eingerichtet.

„Ich habe die Hoffnung, dass diese professionell aufgebaute Boden- und Bauschuttplattform nicht nur im Ahrtal und nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern in ganz Deutschland bei privaten und kommunalen Akteuren wie auch bei der Bauwirtschaft großes Interesse findet und bundesweit Angebot und Nachfrage von Boden und Bauschutt auf einer Plattform zusammenführt“, so die Ministerin.

Für große Infrastrukturprojekte – zum Beispiel der Ahrtalbahn – bedarf es großer Bodenmengen geeigneter Qualität, die über längere Zeit „gesammelt“ werden müssen. Deshalb müssen auch entsprechend große Zwischenlagerflächen eingerichtet werden. Diese gilt es hochwassersicher, nahe am Ausbau-/Einbauort und ausreichend groß sowie abgesichert gegen wilde Ablagerungen anzulegen.

Abschließend dankte Eder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung Ahrweiler und dem dortigen Abfallwirtschaftsbetrieb für die unglaubliche Leistung bei der Abfallberäumung des Ahrtals unmittelbar nach der Flutkatastrophe. „Mein besonderer Dank gilt all den Männern und Frauen, die durch ihre Tatkraft die ersten Schritte des Wiederaufbaus des Tals erst ermöglicht und noch Schlimmeres wie etwa die Ausbreitung von Seuchen verhindert haben“.

Hintergrund:
Der Internetauftritt der Clusterinitiative ist seit dem 15. November 2023 erreichbar unter www.bb-cluster.de. Die Seite bietet Informationen zur Clusterinitiative, Neuigkeiten, Verknüpfungen zu Schulungsprogramm und Internetseiten der Landesbehörden sowie eine Verbindung zur Plattform Site Depot Community (https://community.sitedepot.de). Diese bietet die Möglichkeit, sogenannte „Haufwerke“ (Angebot) und „Kippstellen“ (Nachfrage) auf „Baustellen“ einzutragen, Sichtbarkeit zu erzeugen und damit Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

Pressemeldung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz.

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