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Mittwoch, 17. März 2021

Infektionsgeschehen nimmt besorgniserregende Entwicklung

Impfstopp von Astrazeneca hat erhebliche Auswirkungen

Auch in der dritten Sitzung des Kreis- und Umweltausschusses (KUA) in diesem Jahr ist die Corona-Pandemie das beherrschende Thema. Denn nach wie vor ist das Infektionsgeschehen im Kreis diffus und die Infektionswerte haben sich seit Anfang Februar auf einem hohen Niveau eingependelt und mit dem heutigen Tag den Inzidenzwert von 100 überschritten. Der dem KUA vorgelegte Sachstandsbericht informiert über das Pandemiegeschehen im Kreis:

Zum Stichtag 15. März 2021 wurden im Kreis Ahrweiler rund 16.500 Impfungen durchgeführt – davon 11.000 Erst- und 5.500 Zweitimpfungen. Der Impfverordnung des Bundes folgend erhielten ausschließlich Personen mit höchster und hoher Priorität eine Impfung. Der Kreis liegt somit bei einer Impfquote von 8,5 Prozent der Erstimpfungen (Biontech/ Pfizer und AstraZeneca) und damit auch weiterhin über dem Landesdurchschnitt von 8,0 Prozent sowie dem Bundesdurchschnitt von 7,4 Prozent. Mit 4,2 Prozent liegt der Kreis zudem über der Quote der Zweitimpfungen von Land (3,5 Prozent) und Bund (3,3 Prozent).

Die mobilen Impfteams des DRK haben im Auftrag des Landes bis Ende Februar alle Pflege- und Senioreneinrichtungen und in diesem Zusammenhang rund 3100 Impfberechtigte mit Erst- und Zweitimpfungen versorgt. Seit Anfang des Monats werden alle Einrichtungen erneut durch mobile Impfteams aufgesucht, um Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Personal ein Impfangebot zu machen, die während der Erstimpfungen verhindert oder noch nicht aufgenommen waren.

Darüber hinaus haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Impfteams seit Anfang März mit den Erstimpfungen in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe begonnen. Den Anfang machten das „Haus Alexander“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie das „Haus Domizil“ in Bad Breisig. Weitere Einrichtungen folgen.

Der überwiegende Teil der Schutzimpfungen im Kreis Ahrweiler wird derzeit im Landesimpfzentrum in Grafschaft-Gelsdorf durchgeführt. In einer Eilmeldung teilten gestern die Bundesregierung und in der Folge das Land mit, dass die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff AstraZeneca vorsorglich bis auf Weiteres ausgesetzt würden. Der Impfstopp gelte unverzüglich und solle zunächst bis zum 21. März gelten. Die erfolgten Terminregistrierungen blieben erhalten.

Dies hat auf die Organisation der Schutzimpfungen im Kreis erhebliche Auswirkungen: Alle Pläne hinsichtlich der Vollauslastung des Impfzentrums, die jederzeit in Grafschaft-Gelsdorf möglich wäre, sind nicht mehr einzuhalten. Derzeit gibt es keinerlei verlässliche Lieferinformationen in Bezug auf Impfstoffmengen, sodass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Impfzentrums auf Verständnis in der Bevölkerung hoffen.

Infektionsgeschehen im Kreis Ahrweiler

Das Infektionsgeschehen im Kreis hat in der vergangenen Woche eine besorgniserregende Entwicklung genommen: Mit dem heutigen Tag, 16. März, übersteigt der Inzidenzwert im Kreis die Hundertermarke (7-Tage-Inzidenz/100.000 Einwohner von 108). Neben der bereits aktuell geltenden Allgemeinverfügung werden weitere erhebliche Einschränkungen auf Grundlage der 17. Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz (17. CoBeLVO) für das öffentliche Leben erforderlich, sofern sich der Inzidenzwert im Kreis Ahrweiler an drei aufeinanderfolgenden Tagen weiterhin auf einem Niveau von über 100 bewegt.

Von Neuinfektionen betroffen sind nach wie vor alle acht Kommunen des Kreises sowie alle Altersgruppen. Die Verteilung der Infizierten ist bei Männern und Frauen nahezu identisch.

Die zunehmende Verbreitung der deutlich ansteckenderen Virusvarianten von SARS-CoV-2 verschärft die Situation zusätzlich. So wurden nach der britischen Coronavirus-Variante, die erstmals am 31. Januar im Kreis nachgewiesen wurde, in der vergangenen Woche (7. bis 14. März) auch die ersten beiden Infektionen mit der südafrikanischen Variante B.1.351 in der Kreisstadt durch ein Labor bestätigt. Stand 16. März konnte somit in bislang insgesamt 210 Fällen eine Mutation durch ein Labor bestätigt werden. Für die Betroffenen bedeutet ein Nachweis verschärfte Absonderungsmaßnahmen.

Im Kreis werden bis auf Weiteres vorsorglich alle positiven COVID-19-Proben des Gesundheitsamtes auf Mutationen hin untersucht. Nach der derzeit gültigen Coronavirus-Surveillance-Verordnung des Bundes müssten es gerade einmal fünf Prozent aller Proben sein. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb von drei bis fünf Tagen vor und werden sonntags mit den tagesaktuellen Corona-Fallzahlen  durch die Kreisverwaltung veröffentlicht.

Freiwillige Tests gut angenommen

Im Rahmen des vom Bundesgesundheitsministeriums Anfang März kurzfristig ausgerufenen Angebots „Testen für alle“ wurde auch im Kreis Ahrweiler die notwendige Test-Infrastruktur dezentral durch die DRK-Ortsvereine aufgebaut. Alle freiwilligen Helferinnen und Helfer wurden der Priorität 1 der Impfkategorien zugeordnet und, wenn gewollt, geimpft. In der ersten Woche (7. bis 14. März) der kostenlosen Bürgertestungen wurden so bereits 1243 Schnellteste durchgeführt. Hierbei wurden zwölf Personen positiv getestet und an das Gesundheitsamt zur Einleitung weiterer Maßnahmen gemeldet.

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