Mittwoch, 28. Januar 2026
Wiederaufbau der Schulen schreitet voran
Planungen weitestgehend abgeschlossen, Bauphase startet
Im November kam der Schulträgerausschuss des Kreises Ahrweiler zu seiner jährlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand neben dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 ein Bericht zum Sachstand zum Wiederaufbau der von der Flutkatastrophe betroffenen Schulen. Nach den notwendigen Planungsarbeiten laufen an allen Standorten jetzt die Bauarbeiten, wobei viele Baugewerke bereits abgeschlossen sind. Allein in den Monaten Juli bis Dezember hat der Kreis 35 Aufträge mit einem Auftragsvolumen von über 17 Millionen Euro erteilt. Die bisher über den Aufbauhilfefonds angemeldeten Kosten belaufen sich auf über 211 Millionen Euro, von denen bisher bereits rund 125 Millionen beantragt werden konnten.
Die Schulen im Überblick
Beim Peter-Joerres-Gymnasium ist das Kellergeschoss fertiggestellt und die restlichen Arbeiten im Erdgeschoss werden derzeit durchgeführt, sodass das Gebäude voraussichtlich im Frühjahr 2026 vollständig wiederhergestellt ist. Auch beim Rhein-Gymnasium Sinzig ist ein Ende in Sicht: Die ausstehenden Arbeiten im Untergeschoss des Hauptgebäudes sollen voraussichtlich zum Ende des Schuljahres 2025/2026 beendet sein. Damit ist auch diese Schule wieder komplett in Betrieb.
Die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus wird schrittweise saniert, um neben den Bauarbeiten gleichzeitig den Schulbetrieb durchführen zu können. Aufgrund des zerstörten Pavillons wird angrenzend zur Sporthalle ein Neubau errichtet, der als Aula dienen soll und neben einem weiteren Mehrzweckraum auch eine Lehrküche mit Speisesaal bietet. Das künftige Raumkonzept sieht dabei eine funktionale hochwasserangepasste Neuordnung vor. So werden beispielsweise Fachräume in höhergelegene Geschosse verlagert. Die durch die Flut verlorenen Flächen werden im gleichen Umfang ersetzt, jedoch werden die Räumlichkeiten optimiert und in einer pädagogisch sinnvolleren Anordnung wiederhergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Auch am Are-Gymnasium sind die Arbeiten am Originalstandort in der Mittelstraße in vollem Gange: Im 1. Quartal 2026 werden an zwei Häusern die Fassadenarbeiten durchgeführt. Aufgrund eines Gutachtens, nach dem die Räume im Tiefgeschoss nicht mehr als Unterrichtsräume genutzt werden können, ist nun ein zweigeschossiger Anbau im Innenhof vorgesehen. Durch diesen wird das Are-Gymnasium flächenmäßig vergrößert und durch einen damit verbundenen Aufzug in diesem Gebäudeteil in Zukunft auch barrierefrei sein. Der Abschluss der Gesamtsanierung ist im Herbst 2027 vorgesehen.
An der Berufsbildendenden Schule wurde mit der Vergabe der erforderlichen Planungsaufträge an ein Architekturbüro im September 2025 ein großer Meilenstein erreicht. Der Kreis nutzt den Wiederaufbau der Schule, um diese mit einem Erweiterungsbau deutlich zu vergrößern. Gleichzeitig laufen die Planungen für den Ersatzneubau der großen freitragenden Hallen, in denen bislang die Werkstätten der verschiedenen Handwerksinnungen untergebracht waren.
Im Falle der Levana-Schule ist eine Förderung aus dem Aufbauhilfefonds für einen Bau an anderer Stelle möglich. Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zeichnet sich seit Kurzem eine Lösung ab: Derzeit finden konkrete Gespräche für eine Fläche im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler statt, das für den geplanten Neubau in Frage kommen könnte.
Parallel dazu wurde entschieden, dass die Don-Bosco-Schule an ihrem alten Standort bleibt und um den sogenannten M-Trakt der vormaligen Levana-Schule erweitert werden kann. Hierfür laufen die Planungen für eine Gesamtsanierung. Damit kein Regenwasser mehr in das Gebäude eindringen kann, ist zuerst eine Sanierung des Daches vorgesehen. Gleichzeitig wird ein Schadstoffgutachten erstellt. Das bisherige Gebäude der Levana-Schule wird – bis auf den Anbau, der zukünftig für die Don-Bosco-Schule genutzt wird – aktuell abgebrochen. Über eine entsprechende Auftragsvergabe hatte der Werkausschuss Eigenbetrieb Schul- und Gebäudemanagement bei seiner letzten Sitzung am 8. Dezember 2025 entscheiden.
