Vermisstensuche unter der Hotline der Polizei: 0800 – 65 65 65 1
Hotline „Beratung und Betreuung“ – Rufnummer 02641/975-950
Psychosoziale Beratung für Hochwasserbetroffene: 0800 0010218
Vermisstensuche unter der Hotline der Polizei: 0800 – 65 65 65 1
Hotline „Beratung und Betreuung“ – Rufnummer 02641/975-950
Psychosoziale Beratung für Hochwasserbetroffene: 0800 0010218

Ziele und Maßnahmen

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Projektziele und Maßnahmen, die wir für die einzelnen Lebensräume im Projektgebiet entwickelt haben. 
Informationen und Impressionen zu bereits umgesetzten Maßnahmen finden Sie hier.

Unser Anliegen für Mensch und Natur ist die einmalige, von Bachtälern der Mittelgebirgslagen geprägte Natur- und Kulturlandschaft der oberen Ahr mit ihren für die Eifel typischen Tier- und Pflanzenarten langfristig zu erhalten

Vorrangiges Ziel des Projekts ist die Sicherung der naturnahen Entwicklung des Gewässersystems an der Oberen Ahr, welche im Wesentlichen auf der Wiederherstellung und Förderung eigendynamischer Prozesse beruht. Dies schließt neben der ökologischen Strukturverbesserung der Gewässer auch ihre kulturhistorisch durch extensive Grünlandnutzung geprägten Auen und die angrenzenden Waldflächen mit ein.
Der vielfach strukturierte Gesamtkomplex aus Gewässer und Aue soll als Lebensgrundlage für die charakteristischen naturraumtypischen Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensgemeinschaften erhalten und entwickelt werden.

Brückenbauwerk ersetzt ehemalige Bachverrohrung und ermöglicht Bachlebewesen barrierefreies Wandern
Beseitigung von Wanderhindernissen für Bachlebewesen durch Brückenbauwerke
Artenreiche Wiese während der Blüte im Dreisbachtal
Artenreiche Extensivwiese im Dreisbachtal
Natürliche Waldverjüngung durch Sukzession nach Fichtenrodung
Natürliche Waldverjüngung durch Sukzession nach Fichtenrodung

Maßnahmen

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, erfolgt die Umsetzung der im Pflege-und Entwicklungsplan formulierten biotoplenkenden Maßnahmen gestaffelt nach Talabschnitten. Der Grunderwerb erfolgt flächendeckend im gesamten Kerngebiet.

Unterschieden wird in ersteinrichtende Maßnahmen und Dauermaßnahmen:

  • Zu den ersteinrichtenden Maßnahmen gehören alle Maßnahmen, die erforderlich sind, um einen Gewässerabschnitt oder eine Fläche zeitnah in einen angestrebten Zustand zu versetzen. Zum Teil sind ersteinrichtende Maßnahmen auch notwendig, um die Voraussetzungen für eine anschließende (Eigen-)Entwicklung zu schaffen.
  • Die Dauermaßnahmen dienen auch nach Projektende dem Erhalt und der Weiterentwicklung der Strukturen, die im Vorhinein bereits weitgehend dem Zielzustand entsprechen oder durch ersteinrichtende Maßnahmen in diesen überführt wurden.

Während der Umsetzungsphase sollen viele Maßnahmen von möglichst hoher naturschutzfachlicher Bedeutung und Effektivität umgesetzt werden. Auch über die geförderte Projektlaufzeit hinaus haben sich das Land und der Kreis Ahrweiler gegenüber dem Bund zur Sicherung der Projektziele verpflichtet.

Maßnahmen im Offenland

Im Offenland, also dort wo kein Wald wächst, dienen die Projektmaßnahmen vor allem der Entwicklung und dem Erhalt von artenreichem Grünland. Das soll erreicht werden durch den Erhalt und die Wiederherstellung von extensiven Nutzungsformen. Dadurch werden die typische, artenreiche Flora und Fauna gefördert und die angrenzenden Gewässer vor schädlichen Stoffeinträgen geschützt.
Nach dem Prinzip „Naturschutz durch Nutzung“ entstehen durch extensive Bewirtschaftung bunte und vielfältige Blumenwiesen und Weideflächen, wie sie einst überall in der Eifel weit verbreitet waren.

Hunderte Insektenarten kommen in diesen wertvollen Offenlandlebensräumen vor. Die Offenlandflächen des Kerngebiets bestehen zum überwiegenden Teil aus dem Grünland der Bachauen mit vielen verschiedenen Blütenpflanzen. Meist handelt es sich um Relikte einer extensiven landwirtschaftlichen Nutzung, z.B. Weideflächen, Streuobstwiesen, artenreiche Feucht- und Mähwiesen, die mittlerweile leider oftmals aufgegeben wurde. Priorität besteht in der Offenhaltung dieser Flächen, da sie von alleine sonst zuwachsen würden.

In den unterschiedlichen Teilräumen des Kerngebiets bestehen für die Grünlandnutzung unterschiedliche Voraussetzungen. An einigen größeren Gewässern, wie der Ahr und dem Trierbach, wird das Auengrünland im Umfeld größerer Milchviehbetriebe häufig verhältnismäßig intensiv genutzt mit umfangreicher Düngung und bis zu 4 Schnitten pro Jahr. In den kleineren Bachtälern, die teilweise große Entfernungen zu den Höfen aufweisen, besteht wiederum das Problem, dass Grünlandflächen zunehmend brachfallen. Dies gilt insbesondere für die Feuchtwiesen.

Folgende Maßnahmen werden in den Offenlandbereichen umgesetzt:

  • Wiederaufnahme der Grünlandnutzung auf Brachflächen
  • Ausmagerung von Intensivgrünland mit anschließender Extensivnutzung
  • Umwandlung von Ackerland in Grünland
  • Wiedervernässung der Aue
  • Etablierung einer extensiven, naturverträglichen Nutzung ohne Düngung und ohne Pflanzenschutzmittel. Die standortangepasste Nutzung erfolgt meist über Mahd (Heunutzung) oder Beweidung.
  • Anlage und Pflege von Streuobstwiesen

Maßnahmen am Gewässer

Grundsätzlich wird im Naturschutzgroßprojekt die Wiederherstellung und Sicherung eines natürlichen bzw. extensiv genutzten Gewässer-Aue-Systems mit einer standorttypischen Arten- und Lebensraumvielfalt angestrebt.
In einem intakten Mittelgebirgsbach kommen beispielsweise bis zu 1000 mehrzellige Tierarten vor, überwiegend Insekten und andere wirbellose Tiere, aber auch zahlreiche Fischarten. Unter den wassergebunden Vogelarten unserer Mittelgebirgsbäche sind vor allem Eisvogel, Wasseramsel, Gebirgsstelze, Graureiher und Schwarzstorch zu nennen.

Mit den biotopeinrichtenden Maßnahmen sollen Abschnitte von Fließgewässern gezielt renaturiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Wiederherstellung der sogenannten ökologischen Durchgängigkeit. Fischen und wirbellosen Kleinlebewesen soll die ungehinderte Wanderung stromauf und stromab zwischen ihren typischen Nahrungs-, Laich- und Rückzugslebensräumen ermöglicht werden. Denn für viele Bewohner von Fließgewässern ist das Wandern essentieller Bestandteil ihres Lebens und sie sind somit darauf angewiesen unterschiedliche Abschnitte von Gewässern aufzusuchen, um sich fortzupflanzen und zu entwickeln.

Zu den Maßnahmen an den Gewässern gehören:

  • Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit durch die Beseitigung von Wanderbarrieren (z.B. Staustufen und Wehre) sowie Ufer- und Sohlverbau im Fließgewässer
  • Anlage und Sicherung von Gewässerrandstreifen
  • Sicherung und Entwicklung von bachbegleitenden Ufergehölzen, Auwäldern und Feuchtgebüschen
  • Reaktivierung bzw. Anlage von Altarmstrukturen und Auegewässern
  • Rückbau bzw. Umbau von Fischteichen
  • Sicherung und eigendynamische Entwicklung naturnaher Fließgewässer in der freien Landschaft und in Siedlungsbereichen

Durch die Initialmaßnahmen sollen sich die Gewässer wieder frei entfalten und eine große Struktur- und Artenvielfalt entwickeln, sofern die Anforderungen an die Verkehrssicherung dies zulassen.

Maßnahmen im Wald

Das Projektgebiet ist durch vielfältige und teilweise naturnahe Wälder geprägt. Für die Waldbereiche wird das Leitbild einer eigendynamischen, standortheimischen und natürlichen Entwicklung verfolgt.

Die Maßnahmenplanung wurde entsprechend der verschiedenen Zieltypen im Wald, der Schutzbedürftigkeit und des Biotoppotenzials sowie der unterschiedlichen standörtlichen Gegebenheiten ausgearbeitet. Mittels verschiedener Umbau- und Initialmaßnahmen soll beispielsweise die Entwicklung naturnaher Laubmischwälder entlang der Fließgewässer erreicht werden.

Wir wollen das durch folgende Maßnahmen erreichen:

  • Dauerhafter Erhalt naturnaher Waldbestände
  • Sukzessiver Umbau von Nadelwald in standortgerechte Laub- und Mischwälder.
  • Beseitigung standortfremder Nadelholzaufforstungen in der Aue mit anschließender Integration in einen Offenlandkomplex oder standortheimische Auwaldentwicklung
  • Erhöhung des Anteils von Alt- und Totholz
  • Ausweisung von Altbaumbeständen, sogenannten Waldrefugien, mit vollständigem Nutzungsverzicht

Maßnahmen im Wald erfolgen meist schrittweise über einen langen Zeithorizont. So sind die Ergebnisse oftmals erst in mehreren Jahren bis Jahrzehnten flächig sichtbar. Die Bewirtschaftung der Wälder innerhalb des Kerngebiets soll künftig grundsätzlich in naturnaher und nachhaltiger Form erfolgen.

MENU