Das Projekt stellt sich vor!

„Artenreiche Wiese – Lebensraum
für Biene, Schmetterling und Co.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was bedeutet das Projekt „Artenreiche Wiese – Lebensraum für Biene, Schmetterling und Co.“?

Voller Einsatz für Nützlinge

Dass es immer weniger Bienen und Nützlinge auf den heimischen Wiesen gibt, ist bekannt. Der Kreis Ahrweiler will diese Entwicklung nicht hinnehmen und setzt sich für die Artenvielfalt ein. Mit dem Projekt „Artenreiche Wiese“ wollen wir zeigen, was der Kreis bisher schon auf den Weg gebracht hat und was wir planen. Gleichzeitig möchten wir zeigen, dass jeder im Kreis Ahrweiler mit geringem Aufwand etwas für Biene, Schmetterling und Co. tun kann. Das kommt nicht nur den Landwirten zugute, sondern trägt nachhaltig zur Schönheit und Vielfalt im Kreis bei. Nützlinge bestäuben unsere Pflanzen, sorgen für fruchtbaren Boden und übernehmen wichtige Funktionen im Stoffkreislauf des Bodens und der Gewässer. Außerdem sind sie unsere natürliche Schädlingskontrolle.

Diese Artenvielfalt und damit das Öko-System zu erhalten, ist enorm wichtig. Darum heißt das Projekt „Artenreiche Wiese“. Es muss kein Großprojekt sein. Ob insektenfreundliche Blumen auf dem Balkon, eine Wiese, auf der das Gras länger wachsen darf oder ein Insektenhotel – wir zeigen auf diesen Seiten die vielfältigen Möglichkeiten, die jeder hat, um zur Artenvielfalt im Kreis beizutragen. Auch Landwirte, Vereine und Kommunen unterstützen wir in ihren Bemühungen. Der Kreis berät zu Förderprogrammen und plant, die Anschaffung geeigneter Saatmischungen mit regionalen Blühpflanzen sowie hochstämmige Obstbäume für Streuobstwiesen zu finanzieren. Das Ziel: Wir wollen den Kreis Ahrweiler aufblühen lassen.

Startschuss für das Projekt war eine Ausstellung im Kreishaus. Gezeigt wird die Wander-Ausstellung „Honigland Rheinland-Pfalz“ des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR). Der Vertragsnaturschutzberater und Biotopbetreuer Andreas Weidner zeigte eindrucksvolle Landschafts- und Naturaufnahmen der heimischen Blühwiesen. Auch das Netzwerk Artenvielfalt präsentierte im Rahmen der Ausstellung seine Arbeit.

Wer sich den Lebenszyklus einer Artenreichen Wiese anschauen will, für den lohnt es sich, immer wieder mal am Kreishaus (Wilhelmstraße 24-30, Bad Neuenahr-Ahrweiler) vorbeizuschauen. Hier haben wir regionale Blühpflanzen ausgesät, die parallel zum Projekt wachsen und gedeihen sollen. Wer selbst aussät, baut oder eine schöne Wiese findet, kann seine Fortschritte und Ergebnisse bei Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #ArtenreicheWiese posten. 

Mit diesen und weiteren Aktionen werben wir bei Ihnen für den Insektenschutz. Unschlüssig, ob Sie mitmachen sollen? Unsere Botschafter haben einige gute Gründe, warum das Projekt Artenreiche Wiese für den Kreis Ahrweiler so wichtig ist. Packen wir es an!

Warum sollten Sie eine „Artenreiche Wiese“ anlegen?

Ein Plädoyer für die Wiese

Der Aufwand: Auf Schotterbeeten lagern sich im Laufe der Zeit Blätter und Unkraut ab. Das muss einzeln mühsam heraus gepickt werden. Eine artenreiche Wiese dagegen muss nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden. Unkrautjäten entfällt.

Der Kostenfaktor: Artenreiche Wiesen sind kostengünstig und optimal erweiterbar, etwa mit Bäumen und Sträuchern. Jedes Jahr neue, zur Saison passende Pflanzen zu besorgen erübrigt sich – das schont den Geldbeutel.

Die Luft: Artenreiche Wiesen sind gut für das Mikroklima in Städten und Dörfern. In der Sommerhitze kühlen Wiesenflächen die Umgebung, spenden Feuchtigkeit und Sauerstoff. Gepflasterte Flächen und Schotterbeete hingegen speichern tagsüber die Wärme und geben sie nachts wieder ab.

Der Hochwasserschutz: Wiesen sorgen bei Starkregen und Hochwasser dafür, dass die Wassermassen schneller versickern. Schotter- und Kiesbeete können das Wasser nicht so schnell aufnehmen, oft auch wegen der darunterliegenden unkrautabweisenden Folien. Das erhöht die Gefahr von Überschwemmungen.

Die Optik: Frisches Grün im Frühjahr, ein Blütenmeer im Sommer – Artenreiche Wiesen machen das Ortsbild attraktiver. Das freut Einheimische genauso wie Touristen.

Die Tiere: Artenreiche Wiesen ernähren viele heimischen Insekten und andere Tierarten und bieten ihnen Lebensraum.

Die Kinder: Ob als Motiv für erste künstlerische Werke oder als Platz zum Spielen: Lebendige, vielfältige Wiesen geben unseren Kindern viel. Vor allem vermitteln sie ihnen den Wert der Natur.

Die Zukunft: Bei richtiger Pflege tragen Artenreiche Wiesen jahrzehntelang zur Vielfalt der Natur bei. Das ist nachhaltig und wichtig für die, die nach uns kommen.

Weshalb ist die Schaffung von Lebensraum für Insekten so wichtig?

Nützlich für uns alle und trotzdem gefährdet

33.300 verschiedene Arten von Insekten zählen Biologen in Deutschland, laut dem Bericht des Bundes über Kenntnisstand, aktuelle Forschungen und Untersuchungen zum Insektensterben sowie dessen Ursachen sind das 70 Prozent aller hierzulande nachgewiesenen Tierarten. Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Ameisen und viele mehr: Sie alle tragen entscheidend zum Funktionieren des Ökosystems bei.

Insekten bilden die Nahrungsgrundlage für andere Insekten, Spinnen, Vögel, Reptilien und insektenfressende Säugetiere, zum Beispiel Fledermäuse. Schon jetzt beobachten Forscher einen Rückgang des Vogelbestands, vor allem bei jenen Arten, die während der Brutzeit Kleininsekten und Spinnen fressen.

Insekten haben in den verschiedenen Ökosystemen aber noch weitere wichtige Funktionen, etwa für Nährstoffkreisläufe, den Abbau organischer Masse und die biologische Schädlingskontrolle. Durch Bestäubung tragen sie ihren Teil zur Landwirtschaft bei, ohne sie würden die Erträge bei Obst- und Gemüseanbau oder einigen Ackerpflanzen erheblich zurückgehen.

Wie gefährdet sind sie wirklich?

Für Aufsehen sorgte 2017 die sogenannte Krefelder Studie. Der Entomologische Verein Krefeld e.V. hat über 27 Jahre hinweg Insektenerhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten durchgeführt. Ein Forscherteam einer niederländischen Universität hat die Daten ausgewertet. Das Ergebnis: Die Insektenbiomasse ist in diesem Zeitraum um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. Am stärksten betroffen sind demnach Arten, die im sogenannten Grünland, also Weiden und Wiesen, leben.

Die Roten Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Deutschlands kommen zu einem ähnlich deutlichen Ergebnis. Die Roten Listen haben den Bestand von etwa 8000 Insektenarten und Unterarten bewertet. 42 Prozent dieser Arten gelten demnach als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben beziehungsweise verschollen.

Was sind die Ursachen für das Insektensterben?

Viele Faktoren machen den Insekten im wahrsten Sinne des Wortes das Leben schwer. Wesentlich ist zum Beispiel die zunehmende Veränderung ihres Lebensraumes. Extensiv genutzte Gründland-Biotope, etwa durch Umwandlung in Ackerflächen. Auch Siedlungs- und Verkehrsflächen dehnen sich aus.

Problematisch ist die Lage auch für Arten, die ihren Lebensraum an oder in Gewässern haben. Durch Gewässerbegradigungen, Einleitungen von Nährstoffen und Feinsedimenten oder die Beseitigung von Ufergehölzen sind Insekten hier besonders gefährdet.

Ebenfalls eine Rolle spielt der Einsatz von Pestiziden, die laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit in Deutschland in großen Mengen ausgebracht werden. Oft schon präventiv und nicht erst dann, wenn die Pflanzen befallen sind. Besonders verbreitet sind Mittel aus der Gruppe der Neonikotinoide. Sie haben Einfluss auf das zentrale Nervensystem aller Insektenarten, Lähmung und Tod sind die Folgen.

MENU