Donnerstag, 16. Juli 2026
Planung zum Wiederaufbau der BBS vorgestellt
Berufsbildende Schule Ahrweiler wird gleichzeitig erweitert
Die Berufsbildende Schule (BBS) des Landkreises Ahrweiler wurde durch die Wassermassen der Flutkatastrophe im Jahr 2021 stark beschädigt. Als größte Schule im Kreis belaufen sich die Flutschäden auf einen Schadenswert von etwa 33,7 Millionen Euro. Das beauftragte Architektenbüro hat nun im letzten Werksausschusses des Eigenbetriebes Schul- und Gebäudemanagement die Pläne für den Wiederaufbau und die gleichzeitige Erweiterung der Schule vorgestellt. Gleichzeitig haben die Rückbauarbeiten am bisherigen Werkstattgebäude begonnen.
Die provisorischen Ersatzbauten wurden nach der Flut in unmittelbarer Nähe zu den Bestandsgebäuden errichtet. Der jetzt geplante Aufbau des neuen Gebäudes erfolgt auf Grundlage eines abgestimmten Raum- und Nutzungskonzepts. Im Mittelpunkt stehen dabei die Flutresilienz, aktuelle pädagogische Anforderungen und die Digitalisierung. Besonders schadensanfällige Nutzungen und technische Anlagen sollen künftig besser geschützt werden. Gleichzeitig soll die Schule räumlich so weiterentwickelt werden, dass moderne berufliche Bildung, praxisnahe Fachbereichsstrukturen und digitale Lern- und Arbeitsformen besser unterstützt werden. Auf dem Gelände ist zudem ein Erweiterungsgebäude mit einem Investitionsvolumen von über 14 Millionen Euro geplant. Grundlage hierfür ist ein zusätzlicher Flächenbedarf von knapp 2.000 Quadratmetern, der sich aus dem abgestimmten Raum- und Nutzungskonzept für die BBS ergibt.
Vorgesehen sind zwei hochwasserangepasste Neubauten: ein Ersatzneubau für die durch Abriss entfallenden Werkstatt- und Unterrichtsflächen sowie ein weiteres Gebäude für die zusätzlichen benötigten Flächen. Die Gebäude sollen so geplant werden, dass Sachschäden bei erhöhten Pegelständen möglichst vermieden werden. Die Werkstattbereiche mit Werkstätten und Lehrküchen stellen aufgrund ihrer Größe und technischen Ausstattung besondere Anforderungen an den Hochwasserschutz. Sie sollen daher künftig in einer hochwasserangepassten Gebäudestruktur untergebracht werden. Dafür ist der Abriss des bisherigen großen Werkstattgebäudes erforderlich, in dessen Fachräumen in fast 50 Jahren Generationen von Handwerksgesellinnen und -gesellen ausgebildet wurden. Der Abriss hat nun begonnen und soll im Wesentlichen in den Sommerferien 2026 erfolgen, um die Schulgemeinschaft möglichst wenig zu belasten.
Da sich das Planungsgebiet im festgesetzten Überschwemmungsgebiet befindet, sind wasserrechtliche Anforderungen nach dem Wasserhaushaltsgesetz zu berücksichtigen. Eine hierfür notwendige Fachplanung zur Retentionsraumkompensation befindet sich in Vorbereitung.
Auch die Sporthalle der BBS sollte nach der Flut zunächst zügig wiederhergestellt werden, wie dies bei anderen betroffenen Sporthallen bereits gelungen ist. Im Zuge der Wiederherstellung zeigte sich jedoch, dass die Bodenplatte durch die Wassermassen angehoben und beschädigt worden war, sodass diese vollständig erneuert werden musste. Die Sanierung des Sporthalleninnenraums wurde mit der Installation der Tribüne in den Osterferien 2026 abgeschlossen. Der inneren Teile der Sporthalle stehen der Schule wieder vollständig für den Schulsport zur Verfügung.
Die Planungen für den Wiederaufbau, den Ersatzneubau sowie den zusätzlichen Erweiterungsbau laufen derzeit parallel. Die Entwurfsplanung liegt vor und die Genehmigungsplanung wird weitergeführt. Ein genauer Fertigstellungstermin für die Gesamtmaßnahme kann derzeit noch nicht benannt werden.

Foto: Bernhard Risse / Kreisverwaltung Ahrweiler