Montag, 1. Juni 2026

Hochwasservorsorge: Gewässerwiederherstellung in Walporzheim

Wer aktuell zwischen der Bunten Kuh und der Dr. von Ehrenwall‘schen Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler unterwegs ist, wird bereits festgestellt haben, dass an der Ahr die vorbereitenden Arbeiten zur Gewässerwiederherstellung (GWH) stattfinden. Die Maßnahme ist Teil der umfangreichen Planungen der Kreisverwaltung Ahrweiler zur Wiederherstellung der Ahr.

Ziel der geplanten Arbeiten ist es, das Vorland in diesem Abschnitt abzusenken, um der Ahr künftig mehr Raum zu geben. So soll der Fluss im Falle eines Hochwassers länger in seinem Korridor bleiben und so Schäden für Mensch und Umwelt minimiert werden. Insgesamt werden daher in diesem Gewässerabschnitt rund 200.000 m³ Bodenmaterial abgetragen – das entspricht etwa dem Ladevolumen von 20.000 LKW.

Um das Bodenmaterial abtransportieren zu können, laufen die vorbereitenden Maßnahmen, um einen Materialtransport-Korridor entlang der Ahr einzurichten. Die Kreisverwaltung hat sich nach intensiven Gesprächen mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und unter Abwägung verschiedener Varianten bewusst für die jetzt gewählte Route entschieden. Über diesen Weg können die Erdmassen am effizientesten abgefahren werden und die Belastung durch Staub und Lärm für die Bürgerinnen und Bürger wird auf ein Minimum reduziert.

Sicherheit hat Priorität
Als vorbereitende Maßnahme wird eine Kampfmittelsondierung durchgeführt. Auch in diesem Bereich der Ahr muss immer wieder damit gerechnet werden, dass sich noch immer Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich befinden. Erst im vergangenen Sommer wurden bei Arbeiten in der Nähe der Dr. von Ehrenwall‘schen Klinik eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe und im Bereich Walporzheim unlängst eine Granate gefunden. Daher wird bei jeder Maßnahme der GWH, die in den Boden eingreift, die Kampfmittelsondierung als Sicherheitsmaßnahme für die Anwohnerinnen und Anwohner, die beteiligten Bauunternehmen und alle anderen vor Ort tätigen Personen durchgeführt.

Grundstücksverhandlungen laufen noch
Parallel zu den vorbereitenden Arbeiten führt die Kreisverwaltung auch weiterhin Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern. Aufgrund der Vielzahl der benötigten Grundstücke konnte bislang noch nicht jedes Grundstück für die Maßnahme gewonnen werden. Für die bestmögliche Umsetzung der geplanten Maßnahme ist es jedoch erforderlich, dass die Grundstücke zur Verfügung stehen. Grundsätzlich genügt es bereits, wenn die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer ihr Einverständnis zur Duldung der Arbeiten geben.

Solidarität entscheidend für Erfolg der Maßnahme
Der Erfolg und die vollständige Umsetzung der Gewässerwiederherstellung hängen maßgeblich von einer schnellen Einigung mit den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern ab. Ohne deren Kooperation und Solidarität ist es der Kreisverwaltung nicht möglich, die geplanten Maßnahmen in vollem Umfang umzusetzen. Die Kreisverwaltung bittet daher alle betroffenen Personen, schnellstmöglich ihre Zustimmung zu erteilen, damit die wichtigen Arbeiten zur Verbesserung der Hochwasservorsorge für alle Einwohnerinnen und Einwohner von Walporzheim erfolgreich abgeschlossen werden können.

Weitere Informationen zur Gewässerwiederherstellung finden sich auf der Internetseite der Kreisverwaltung unter https://kreis-ahrweiler.de/gewaesserwiederherstellungskonzept/.