Dienstag, 15. September 2026
Ausstellungskonzeption für Ahrtal Erlebnis- und Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz vorgestellt
Machbarkeitsstudie zeigt Wirtschaftlichkeitsanalyse und regionalwirtschaftliche Effekte
Am 31. August 2026 stellte die von der Kreisverwaltung Ahrweiler beauftragte Beratungsfirma ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH dem Kreis- Umweltausschuss (KUA) die zweite Stufe der Machbarkeitsstudie zum International Resilience Research Center @Ahr–Valley, kurz IRRC@ahr, vor. Während die erste Stufe der Studie aus dem Jahr 2024 inhaltlich das Konzept und die Plausibilität prüfte, präsentierte Geschäftsführer Jan F. Kobernuß nun eine konkrete Ausstellungskonzeption inklusive einer Nachfrageprognose, Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie regionalwirtschaftlichen Effekten.
Landrätin Cornelia Weigand betonte bei der Vorstellung der Projektidee: „Mit dem IRRC@ahr soll ein interaktives Museum an einem authentischen Ort geschaffen werden. Der Fokus liegt dabei klar auf der Stärkung der Resilienz der Menschen gegenüber Katastrophen und der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die praktische Umsetzung. Was wir im Ahrtal erleben mussten, war eine Zäsur in Deutschland, aber das Problem ist global. Mit dem Zentrum schlagen wir die Brücke von der Erfahrung hin zu Lösungsansätzen und möchten als Vorbild für andere Regionen wirken.“
Mit dem Erlebnis- und Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz soll ein bisher einzigartiges Projekt von nationaler Bedeutung entstehen, das gelebte Resilienz mit zukunftsorientiertem Lernen vereint. Das Zentrum greift zentrale Ziele der „Deutschen Strategie zur Stärkung der Resilienz gegen Katastrophen“ der Bundesregierung auf, zu denen insbesondere die Stärkung des Risikobewusstseins, der Vorsorge und der Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung gehört. Auch soll die Projektidee in die weiteren Verhandlungen zum Berlin-Bonn-Gesetz eingebracht werden.
Die Projektidee, eine neuartige Einrichtung zur wissenschaftlich fundierten und zugleich anschaulichen Resilienzvermittlung zu schaffen, entstand in der ersten Zukunftswerkstatt nach der Flutkatastrophe 2021. Dabei ist es wichtig, das Zentrum erlebnisorientiert zu gestalten, um möglichst viele Besucherinnen und Besucher aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten anzusprechen und Interesse für das Thema zu wecken.
Geplant ist eine Ausstellungsfläche von 5.220 m², bei dem das Zentrum als moderne Bildungseinrichtung fungiert und neben der Resilienzforschung auch als Repräsentationsort für die Blaulichtfamilie dienen soll.
Die Finanzierung für die zweistufige Machbarkeitsstudie kam mit großzügiger Unterstützung des Rotary Clubs Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie durch die Kreissparkasse Ahrweiler zustande. In der zweiten Phase der Machbarkeitsstudie entwickelte die Agentur impuls design eine Visualisierung des Ausstellungskonzeptes, die neben den Grundrissen auch eine vertiefende Kostenschätzung sowie räumliche und inhaltliche Ausrichtung umfasste. Die Projektidee kann potentiellen Fördermittelgebern greifbarer vorgestellt werden, um diese von einer entsprechenden Unterstützung zu überzeugen. Neben der Finanzierung ist in der nächsten Phase auch zu klären, wie das Zentrum später betrieben werden kann.
Kobernuß betonte in seiner Vorstellung die nationalen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und auch die regionalwirtschaftlichen Mehrwerte, die das Zentrum mit sich bringen würde. Für gesamten Kreis entstünden positive Aspekte, die sich in der regionalen Wertschöpfung, den Beschäftigungszahlen sowie für das Image und der Bekanntheit des von dem Hochwasser gezeichneten Ahrtals zeigen würde.
Die Mitglieder des KUA stimmten dafür, dass die Verwaltung das Projekt in die weiteren Verhandlungen zur Zusatzvereinbarung zum Berlin-Bonn-Gesetz einbringen und darüberhinausgehende Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung prüfen soll.

Grafik: Impuls-Design GmbH