Freitag, 6. November 2026
Aleida Assmann spricht zum Volkstrauertag
Öffentliche Gedenkstunde des Kreises am 15. November in Bad Bodendorf
Die renommierte Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Prof. (em.) Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann hält bei der diesjährigen zentralen Gedenkstunde des Kreises Ahrweiler zum Volkstrauertag die Hauptrede. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 15. November 2026, um 15 Uhr auf dem Soldatenfriedhof in Sinzig-Bad Bodendorf statt. Alle Interessierten sind eingeladen, an der Gedenkstunde teilzunehmen, die der Kreis im Auftrag der Landesregierung Rheinland-Pfalz ausrichtet und die in diesem Jahr unter dem Leitwort „Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte!“ (5. Mose 32, Vers 7) steht.
Aleida Assmann, geboren 1947 in Bethel bei Bielefeld, zählt zu den bedeutendsten deutschen Kulturwissenschaftlerinnen und hat sich insbesondere mit der Erforschung des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses beschäftigt. Nach ihrem Studium der Anglistik und Ägyptologie in Heidelberg und Tübingen promovierte sie in beiden Fächern und habilitierte 1992 an der Universität Heidelberg. 1993 wurde sie auf einen Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz berufen. Darüber hinaus war sie an zahlreichen internationalen Universitäten als Gastprofessorin tätig.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit umgehen, wie Erinnerungen über Generationen hinweg bewahrt werden und welche Bedeutung das Erinnern für das gesellschaftliche Zusammenleben hat.
Für ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr gesellschaftliches Engagement wurde Aleida Assmann vielfach ausgezeichnet. Zu den bedeutendsten Ehrungen zählen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2025 erhielt sie zudem den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.
Landrätin Cornelia Weigand betont: „Der Volkstrauertag mahnt uns, die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten und aus der Geschichte zu lernen. Diese Botschaft ist gerade angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage von großer Bedeutung. Die Vergangenheit lehrt uns, wohin Hass, Ausgrenzung und Wegsehen führen können. Aus der Erinnerung an die Opfer erwächst eine Verantwortung für die Gegenwart. Eine Verantwortung unsere Menschlichkeit zu bewahren und uns jeden Tag für Frieden, Verständigung und ein respektvolles Miteinander einzusetzen.“
Musikalisch gestaltet wird die Veranstaltung vom Posaunenchor Bad Neuenahr sowie der Chorgemeinschaft Bad Bodendorf-Sinzig-Koisdorf-Westum. Auch der Oberstufenchor des Are-Gymnasiums wird die Gedenkstunde erstmals mit musikalischen Beiträgen begleiten. Gerahmt wird die Veranstaltung durch Ansprachen der katholischen und evangelischen Kirche von Pfarrer Frank Werner und Pfarrer Stefan Bergner. Zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege legen die Landesregierung, die Bundeswehr, der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. V. sowie der Sozialverband VdK Trauerkränze nieder.
Der Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf gehört – auch wegen seiner Nähe zur geschichtsträchtigen Brücke von Remagen – zu den wichtigsten Gedenkstätten des Landes. Hier liegen mehr als 1200 Soldaten begraben, die fast ausschließlich 1945 als Kriegsgefangene in den sogenannten Rheinwiesenlagern ums Leben kamen. Der staatliche Gedenktag erinnert jedoch nicht nur an die Toten der beiden Weltkriege, sondern an alle Opfer von Kriegen und Gewalt bis in die heutige Zeit.
