Dienstag, 28. Juli 2026

Schulsozialarbeit im Kreis: Sachstandsbericht bietet Orientierung für weitere Entscheidungen

Die Schulsozialarbeit ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe im Kreis Ahrweiler. Ein aktueller Sachstandsbericht, der im letzten Kreistag auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion vorgestellt wurde, gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre, die derzeitige Angebotsstruktur sowie die Perspektiven für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung.

„Schulsozialarbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten, frühzeitig zu unterstützen und Schule als verlässlichen Lebensort zu stärken. Zum Gelingen tragen Fachkräfte der Sozialen Arbeit sowie alle weiteren Akteure an Schule bei – das kann von der Beratung junger Menschen, Eltern und Lehrkräften über sozialpädagogische Gruppenarbeit bis hin zu Projekten im Schulalltag reichen“, erläutert Siglinde Hornbach-Beckers, zuständige Fachbereichsleitung Jugend, Soziales und Gesundheit bei der Kreisverwaltung.

Neben dem Einsatz von Schulsozialarbeitern gibt es unter anderem das im Zuge der Flutkatastrophe entwickelte Projekt „from school to future“, das Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr bis zum Abschluss in eine Ausbildung begleitet. Das Leitziel des Vorhabens besteht darin, zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss von Jugendlichen beizutragen und sie in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch beim innovativen Projekt „BiLa“, Bildungslandschaft im Viertel, arbeiten Sinziger Schulen übergreifend mit der Jugendhilfe zusammen, um junge Meschen in ihrer individuellen Entwicklung zu begleiten.

Nach der Flutkatastrophe im Jahr 2021 konnten zusätzliche Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter zeitlich befristet eingesetzt werden, um die psychosozialen Folgen für Kinder und Jugendliche aufzufangen und Schulen in der Bewältigung dieser außergewöhnlichen Belastungen zu unterstützen. Im Rahmen einer jüngst durchgeführten Befragung der betreffenden Schulen wurden insbesondere die intensive Beratung von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, die sich Unterstützung bei persönlichen und familiären Problemlagen wünschen, positiv hervorgehoben. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und die wichtige Lotsenfunktion zu weiteren Hilfsangeboten wurde als hilfreich bewertet. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die Aufgaben der Schulsozialarbeit in den vergangenen Jahren erweitert haben und sowohl individuelle Beratung als auch präventive Gruppenangebote zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Derzeit finanziert der Kreis Ahrweiler verschiedene Angebote der Schulsozialarbeit mit rund 500.000 Euro. Hinzu kommen insgesamt 3,5 zeitlich befristete Stellen im Aufbaugebiet, deren Finanzierung bislang überwiegend über Spendenmittel nach der Flut, insbesondere durch den Malteser Hilfsdienst e. V. und die Stiftung Eisenbahn-Waisenhort, möglich war. Das Land Rheinland-Pfalz fördert im Kreis jährlich insgesamt 5,75 unbefristete Stellen in der Schulsozialarbeit. Drei Stellen der zeitlich befristeten Stellen in 2026 profitieren ebenfalls von Landesmitteln.

Die Kreisverwaltung arbeitet nun gemeinsam mit dem Land an einer Möglichkeit, die befristete Schulsozialarbeit auch über das Ende des Schuljahres 2026 hinaus sicherzustellen. Da Gymnasien bislang grundsätzlich nicht in die reguläre Landesförderung für Schulsozialarbeit einbezogen sind, werden hier langfristig tragfähige Lösungen erforderlich sein.

Hornbach-Beckers: „Unser Ziel muss es sein eine tragfähige Grundlage für fachliche und politische Entscheidungen zur Sicherung bzw. bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit an den kreiseigenen Schulen zu schaffen. Als Träger der Jugendhilfe ist es dem Kreis wichtig, dass auch Schulen außerhalb des Aufbaugebiets Unterstützung durch Schulsozialarbeit erhalten – losgelöst, ob es sich um kreiseigene Schulen handelt oder nicht. Hier suchen wir den Austausch mit den Schulträgern, Schulleitungen und dem Land.“

Um Empfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung der Schulsozialarbeit zu entwickeln, hat die Kreisverwaltung eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertreter des Kreistages, Schulleitungen sowie der Verwaltung eingerichtet. Ergebnisse sollen im Herbst 2026 dem Jugendhilfeausschuss und dem Kreistag vorgestellt werden.

Die detaillierten Ausführungen sind in der Vorlage vom 26. Juni 2026 im Kreistagsinformationssystem auf der Homepage der Kreisverwaltung unter https://www.kreis-ahrweiler.de abrufbar.