Breadcrump

Freitag, 17. April 2026

Alarmierende Ergebnisse des BKA: Ausmaß von Partnerschaftsgewalt größer als angenommen

Der Regionale Runde Tisch gegen Gewalt im Kreis Ahrweiler (RRT) hat sich in seiner jüngsten Sitzung intensiv mit den erschreckenden Ergebnissen der LeSuBiA-Studie („Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“) des Bundeskriminalamts (BKA) befasst. Die Studie, die auf einer geschlechterübergreifenden Befragung zur Gewaltbetroffenheit basiert, zielt darauf ab, ergänzend zu den polizeilich erfassten Gewalttaten (Hellfeld), auch jene Fälle zu erfassen, die nicht angezeigt oder dokumentiert werden (Dunkelfeld). Und die Ergebnisse sind alarmierend.

Im Jahr 2024 wurden laut BKA rund 172.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt. Doch diese Zahl ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelfeldstudie belegt, dass das Ausmaß der Gewalt viel größer ist, als die Polizeiakten vermuten lassen. Denn weniger als fünf Prozent der Fälle von Partnerschaftsgewalt werden überhaupt zur Anzeige gebracht. Das bedeutet, dass 19 von 20 Taten im Dunkelfeld verborgen bleiben. Dabei besonders häufig betroffen: Frauen.

„Das Ausmaß der Gewalt ist noch größer als bislang angenommen und mehr als besorgniserregend. Die Studie zeigt, dass es sich nicht nur um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handelt. Zu viele Menschen leben in gewaltvollen Beziehungen und ihr Schicksal bleibt viel zu häufig unsichtbar. Als Gesellschaft müssen wir aktiv hinsehen – auch im Kreis Ahrweiler. Denn die jüngsten Zahlen der polizeilich gemeldeten Fälle im Kreis sind erschreckend: In 2025 wurden hier bei uns 317 Fälle häuslicher Gewalt – wovon Partnerschaftsgewalt den weitaus größten Anteil ausmacht – angezeigt“, betont Rita Gilles, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ahrweiler und Koordinatorin des RRT.

Hilfsangebote
Sie sind von Gewalt betroffen? Auf der Internetseite des Kreises unter https://kreis-ahrweiler.de/regionaler-runder-tisch-gegen-gewalt/ finden Sie Kontakte zu verschiedenen, auch regionalen Hilfsangeboten.

Das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ ist unter der kostenfreien Telefonnummer 08000 / 116 016, täglich 24 Stunden, und per Sofort-Chat unter www.hilfetelefon.de zu erreichen.

Männer erfahren Hilfe beim „Hilfetelefon Gewalt an Männern“, das telefonisch unter 0800 / 1239900 und online unter https://www.maennerhilfetelefon.de/ erreichbar ist – anonym, kostenlos und sicher.