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Kreisverwaltung Ahrweiler - Streuobstwiesen

Streuobstwiesen

Streuobstwiesen waren in der Vergangenheit ein weit verbreiteter Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft. Die GrĂŒnlandflĂ€chen mit hochstĂ€mmigen ObstbĂ€umen gehören heute laut Bundesamt fĂŒr Naturschutz zu den stark gefĂ€hrdeten Biotoptypen. Im Rahmen des Projekts „Artenreiche Wiese“ gebietet der Kreis Ahrweiler dieser negativen Entwicklung Einhalt und fördert Ortsgemeinden und Ortsbezirke, Vereine und bĂŒrgerschaftliche Gruppierungen bei Neuanlage von Streuobstwiesen. Die FlĂ€che sollte dabei mindestens fĂŒnf BĂ€ume im Abstand von elf Metern haben und möglichst artenreich sein. FĂŒr die Streuobstwiese eignen sich in erster Linie veredelte HochstĂ€mme, denn sie haben geringe Anforderungen an den jeweiligen Standort.

Streuobstwiesen bieten einer umfangreichen Tierwelt ein Zuhause. Dabei spielt die Honigbiene eine besondere Rolle, kann sie doch mit ihrem Volk die grĂ¶ĂŸte BestĂ€ubungsarbeit leisten. Insgesamt kann es auf einer Streuobstwiese 2000 bis 5000 Tierarten, meist Insekten, geben. Artenreich ist auch die von GrĂ€sern und KrĂ€utern dominierte Krautschicht, die durch eine extensive Beweidung mit Rindern oder Schafen begĂŒnstig wird. Zu den wichtigen Pflanzen gehören unter anderem etwa die Wilde Möhre, Löwenzahn und Schafgarbe. Abgerundet wird die Artenvielfalt durch Vögel, Frösche und SĂ€ugetiere wie Fledermaus, Igel oder Feldhase. In seltenen FĂ€llen kann man noch einen heute selten gewordenen typischen Streuobstwiesenbewohner, den Steinkauz, dort beobachten.

In Waldorf wird die Tradition der historischen Landnutzung weiterhin großflĂ€chig fortgefĂŒhrt. Seit ĂŒber zehn Jahren gibt es dort den Streuobstwiesen-Lehrpfad. Zahlreiche Schautafeln mit interessanten Informationen veranschaulichen die Streuobstwiesen. Jedes Jahr im Herbst ernten die Waldorfer Äpfel und Birnen in BioqualitĂ€t.

Weitere grĂ¶ĂŸere Streuobstwiesen sind in Bad Bodendorf, in Koisdorf, in Lohrsdorf (Orchideenwiesen und Ahraue), Grafschaft-Nierendorf, AhrbrĂŒck oder am Laufenbacher Hof bei Fuchshofen.

Ertragreichere Obstplantagen haben die Streuobstwiese als Landschaftselement weitestgehend verdrĂ€ngt; sie haben dadurch nur noch eine sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung. Ein wichtiger Lebensraum von Pflanzen und Tieren geht dadurch immer mehr zurĂŒck. Zwischen 1965 und 2010 wurden Streuobstwiesen in Mitteleuropa um 75 % reduziert. Verbliebene BestĂ€nde werden nur noch selten gepflegt und allmĂ€hlich von Niederstammanlagen und ĂŒppigen Obstplantagen verdrĂ€ngt. Helfen Sie mit, Streuobstwiesen auch im Kreis Ahrweiler wieder zu einem landschaftsprĂ€genden GrĂŒnland zu entwickeln.

Bei der Neuanlage von Streuobstwiesen im Kreis Ahrweiler sind folgende Vorgaben fĂŒr eine Förderung im Rahmen des Projektes „Artenreiche Wiese“ zu beachten:

  • Die Anlage soll auf bisher fĂŒr blĂŒtensuchende Insekten geringwertigen FlĂ€chen erfolgen
  • und mindestens 5 BĂ€ume umfassen
  • Mindestabstand der BĂ€ume: 11 Meter
  • Anlage möglichst artenreich (= verschiedene Obstsorten)
  • Hochstamm-Obstbaumsorten und Wildobstarten entsprechend der Empfehlungsliste der Kreisverwaltung auswĂ€hlen
  • Die FlĂ€che der Streuobstwiese ist extensiv zu pflegen, d. h. Verzicht auf DĂŒngung, 1-2malige Mahd / Jahr mit AbrĂ€umen des Mahdguts, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Streuobstwiesen sind dauerhaft vorzuhalten (im Sinne der Pachtvertragsregelung mind. 25 Jahre)
  • Antragsstellung vor Beginn der Maßnahme

Eine ErgĂ€nzung/Erweiterung bereits bestehender Streuobstwiesen unter BerĂŒcksichtigung der oben aufgefĂŒhrten Kriterien ist grundsĂ€tzlich möglich.



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