BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 
Kreisverwaltung Ahrweiler - Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel: Neue und alte Strukturen für mehr Vielfalt

Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel: Neue und alte Strukturen für mehr Vielfalt

3287 Hektar Land, 500 Kilometer Fließgewässer, viele Ideen zur Renaturierung: Seit 2007 engagiert sich die Kreisverwaltung Ahrweiler im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel um den Verlust naturnaher Lebensräume im oberen Ahrtal zu stoppen. Im Zentrum der Bemühungen stehen die Flächen entlang der Oberen Ahr und ihrer zahlreichen Zuflüsse auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau, das sogenannte Kerngebiet. Hier gilt es, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft der Auen und Hanglagen mit ihrer charakteristischen Artenvielfalt auch für kommende Generationen zu erhalten.

Hauptziele sind der Schutz sowie die naturnahe, eigendynamische Entwicklung des Gewässersystems der Ahr. Ob Grashüpfer, Köcherfliegen oder die Blauflügel-Prachtlibelle: Sie alle und weit über tausend weitere Insektenarten sind in dem Gebiet heimisch und sollen es bleiben, ebenso wie die anderen Pflanzen und Tiere der Region.

Um das zu erreichen, erwirbt der Kreis mit Projektmitteln Grünland- und Waldflächen im Kerngebiet. Die Wiesen und Weiden werden zur extensiven Bewirtschaftung verpachtet. Das heißt im Wesentlichen, dass nicht gedüngt und nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden darf. Dies ist Voraussetzung für die Entwicklung einer artenreichen Grünlandflora und -fauna. Andere Wiesen und Weiden liegen seit vielen Jahren brach und „verbuschen", Sträucher und Bäume breiten sich aus. Diese Flächen müssen zuerst wieder freigestellt werden, um wieder Grünland entstehen zu lassen.

Mit dem Kauf der Grundstücke ist der Kreis dem Bund gegenüber eine Verpflichtung eingegangen: Er muss in Zukunft dafür sorgen, dass die wiederhergestellten artenreichen Flächen ihre hohe Lebensraumqualität auch für künftige Generationen beibehalten.

Teil des Projektes sind auch die Uferbereiche der Ahr und ihrer Nebenbäche. Hier werden fünf bis zehn Meter breite sogenannte Gewässerrandstreifen ausgewiesen und aus der Nutzung genommen. Das bietet dem Bach mehr Fläche zur Ausbildung natürlicher Strukturen. Das ist nicht nur wichtig für den Hochwasserschutz, sondern auch für eine große Strukturvielfalt, die wiederum Voraussetzung für eine große Vielfalt von an bestimmte Lebensbedingungen angepasste Tier- und Pflanzenarten ist. Auch die Wasserläufe selbst sollen möglichst wieder in einen ursprünglichen Zustand versetzt werden. So werden zum Beispiel sogenannte Sohlbefestigungen aus Stein und Beton im Gewässerbett wieder weitgehend zurückgebaut. Damit gewinnt das Fließgewässer wieder die Möglichkeit, in einem vorgegebenen Rahmen vielfältige Strukturen immer wieder neu zu schaffen, so wie es die Natur vorgesehen hat.

Die Gesamtkosten des Projektes trägt zu zehn Prozent der Kreis, 90 Prozent kommen von Bund und Land.

 

Broschüre als PDF-Datei zum Downloaden


 zurück >>


Druckersymbol Druckversion (zuletzt geändert am 2019-01-15 13:58:59)