BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 
Kreisverwaltung Ahrweiler - Weinbau

Weinbau

Mit rund 550 ha RebflĂ€che zĂ€hlt die "Ahr" zu den kleinsten Anbaugebieten Deutschlands. Es ist das Weinbaugebiet, das den höchsten Anteil an Rotweinsorten (ca. 80%) aufweist und als bekanntestes deutsches Rotweingebiet gilt. Dominierende Rebsorte mit ĂŒber der HĂ€lfte der RebflĂ€che ist der SpĂ€tburgunder. Zwar spielt die Weinproduktion im nationalen Bereich nur eine geringe Rolle. Die kraftvollen, samtigen, rubinroten SpĂ€tburgunderweine mit ihren feinen Aromen gelten jedoch als ausgesprochene SpezialitĂ€ten.

Klimatisch wird das Anbaugebiet durch die NĂ€he zum Atlantik geprĂ€gt. Tagesdurchschnittstemperaturen von 9,5°C zeugen von milden Wintern und ausgeglichenen Temperaturen wĂ€hrend den Sommermonaten. GĂŒnstig verteilte JahresniederschlĂ€ge von durchschnittlich 600mm und 1450 Sonnenscheinstunden im Jahr zeigen, dass das Ahrtal fĂŒr den Weinanbau geeignet ist.Das Anbaugebiet wird durch die umgebenden HöhenzĂŒge geschĂŒtzt, so dass sich zugleich kleinklimatisch vorteilhafte Bedingungen mit ausreichenden NiederschlĂ€gen und einer intensiven Sonnenstrahlung in dieser Kessellage ergeben.
Das gĂŒnstige Weinklima wird lediglich durch FrĂŒh- und SpĂ€tfröste beeintrĂ€chtigt.

Geologisch gehört das Ahrtal zum nördlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Verwitterungsprodukte aus Schiefer und Grauwacke der schwerverwitterbaren "Siegener Schichten" des Unterdevons bilden im wesentlichen die skelettreichen Steillagen, die das mittlere Ahrtal (von Altenahr bis Walporzheim) prĂ€gen. Im unteren Ahrtal zwischen Ahrweiler und der AhrmĂŒndung trifft man auf tiefgrĂŒndige lĂ¶ĂŸreiche Böden, die durch den Verfall und die Vertonung der weicheren, leichter verwitterbaren "Herdorfer Schichten" entstanden sind.

Die GesamtrebflĂ€che des Anbaugebietes Ahr betrug 1998 laut EU-Weinbaukartei 555,38 ha. Davon entfielen auf die mit Keltertrauben bestockte RebflĂ€che 522,36 ha. BrachflĂ€chen, also FlĂ€chen, die nicht mehr bestockt sind, fĂŒr die jedoch ein Wiederbepflanzungsrecht besteht, liegen in einem Umfang von 30,7 ha vor und Drieschen, bestockte RebflĂ€chen, die nicht mehr bewirtschaftet werden, in einer GrĂ¶ĂŸe von 2,32 ha.

Grafik: RebflÀche nach der Nutzungsart

Im Zuge der in den 60er und 70er Jahren vorgenommenen Flurbereinigungsmaßnahmen hat der Anbau von SpĂ€tburgunder-Reben mehr und mehr zugenommen. Von 1990 bis 1998 ist de SpĂ€tburgunderanteil von 238 ha auf 293 ha angestiegen. Dies ist eine Zunahme von 20,5% bzw. eine jĂ€hrliche Steigerung von 2,3%. Auch Blauer FrĂŒhburgunder und Dornfelder verzeichnen eine etwas stĂ€rkere Zunahme, wĂ€hrend Domina und Dunkelfelder weitgehend stagnieren. Ein deutlicher AbwĂ€rtstrend ist bei Blauem Portugieser festzustellen. Innerhalb des Vergleichszeitraumes ist ein RĂŒckgang von 25% von 100 ha auf 75 ha zu verzeichnen.

Grafik: Rebsortenentwicklung

Wie schon erwÀhnt, ist die Ahr das Anbaugebiet mit dem höchsten Rotweinanteil. Von den 522 ha bestockten RebflÀchen sind 428 ha (=82,1%) mit roten Rebsorten bepflanzt.
Entsprechend betrĂ€gt der Anteil an Weißweinsorten 93 ha oder 17,9%.

Grafik: Bestockte RebflÀche nach Art der Rebsorten

Der Sortenspiegel weist bei den Rotweinsorten im Anbau vornehmlich FrĂŒh- und SpĂ€tburgunder (60,2%) sowie Portugieser (14,4%) auf. Als ErgĂ€nzungssorten werden die NeuzĂŒchtungen Domina (1,5%), Dornfelder (4,0%), Dunkelfelder (0,8%) und Regent mit 0,4% angepflanzt.

Von den weißen Rebsorten werden Riesling (8,6%), MĂŒller-Thurgau (6,5%) und Kerner mit 1,2% der bestockten RebflĂ€che angebaut.

Grafik: Rebsorgenverteilung im Anbaugebiet Ahr
Grafik: AnbauflÀche der Rebsorten in Hektar

Die Zahl der Weinbaubetriebe hat sich laut Weinbauerhebung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz im Weinbaugebiet Ahr von 563 im Jahre 1989 um 131 auf 432 Betriebe reduziert. Dies ist ein RĂŒckgang um 26,5% bzw. von durchschnittlich 2,9% d.h. 12 Betrieben jĂ€hrlich. Der Anteil der Haupterwerbsbetriebe von 15,4 % (67 Betriebe) macht deutlich, dass der ĂŒberwiegende Teil der Winzerbetriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

Grafik: Entwicklung der Weinbaugebiete

Mit einem durchschnittlichen Hektarertrag von 83,2 hl liegt die Ahr deutlich unter dem Rheinland-PfĂ€lzischen Schnitt von 104,2 hl. Nur einmal, nĂ€mlich 1992 stieg der Durchschnittsertrag auf ĂŒber 100 hl/ha an. In den Jahren 1996 und 1997 drĂŒckten FrostschĂ€den die ErtrĂ€ge auf 56,8 bzw. 47,4 hl/ha. Die rund 4,5 Mill. Liter Jahresernte setzen sich aus 70,8% Rotwein, 18,6% Weißwein und 10,6% RosĂ©, Weißherbst und Rotling-Weinen zusammen.

Grafik: Durchschnittsertrag und Mostgewicht

Die Mostgewichte bewegen sich im Schnitt der Jahre mit 73°Ochsle im oberen QualitÀtsbereich.

Die Vermarktung der Ahrweine erfolgt ĂŒber 3 verschiedene Wege.
Der weitaus grĂ¶ĂŸte Teil des Weines, rund 2/3, wird von den im Ahrtal ansĂ€ssigen traditionsreichen Genossenschaften erzeugt und auch vermarktet.
32,5% der Ernte wird von den selbstvermarktenden Winzern meist direkt an den Endverbraucher verkauft und nur 1,9% der Weinerzeugung gelangt ĂŒber die Handelsschiene auf den Markt.
Drei WeingĂŒter, die ihre Erzeugnisse auch selbst vermarkten, wirtschaften nach ökologischen Gesichtspunkten.

Grafik: Vermarktungswege der Ahrweine


Druckersymbol Druckversion (zuletzt geändert am 2017-12-01 13:00:35)