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Kindertagespflege: Landrat kritisiert Haltung des Landes

Mit Erlass vom 13. MĂ€rz 2020 hat das rheinland-pfĂ€lzische Ministerium fĂŒr Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Schließung von Schulen und KindertagesstĂ€tten geregelt. Die Kindertagespflege war von dieser Regelung nicht betroffen und „kann“ gemĂ€ĂŸ dem Ministerium fĂŒr Bildung Rheinland-Pfalz weiterhin stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Betreuung, die in der Regel im Haushalt der Kindertagespflegeperson fĂŒr maximal fĂŒnf gleichzeitig anwesende Kinder angeboten wird.

Die Entscheidung des Landes stieß insbesondere bei Kindertagespflegepersonen im Kreis Ahrweiler auf großes UnverstĂ€ndnis, weil die Kindertagespflege nach dem Infektionsschutzgesetz ebenfalls zu den Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und KindertagesstĂ€tten gehört. Der Kreis Ahrweiler hat vor diesem Hintergrund am 18. MĂ€rz  beim Landesjugendamt angefragt, ob von Seiten des Landes geplant sei, die Kindertagespflegestellen ebenfalls zu schließen - eventuell mit einer Notbetreuungsregelung wie sie auch fĂŒr Kitas und Schulen gilt.

Mit Rundschreiben vom 19. MĂ€rz bekrĂ€ftigt das Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung nun, dass die Kindertagespflege von der Schließung nicht betroffen sei. Es handele sich bei der Kindertagespflege in Rheinland-Pfalz um eine sehr familiennahe Betreuung, in der lediglich bis zu fĂŒnf Kinder von einer Tagespflegeperson betreut wĂŒrden.

Landrat Dr. JĂŒrgen Pföhler und Fachbereichsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers kritisieren das Vorgehen: „Die Haltung des Landes ist fĂŒr uns nicht nachvollziehbar. Kindertagespflegestellen werden je nach Betreuungsbedarf der Eltern belegt, so dass Tagespflegestellen ĂŒber die Woche verteilt auch mehr als 5 verschiedene Kinder betreuen können. Das Ziel, unnötige soziale Kontakte möglichst einzuschrĂ€nken, wird hier nicht konsequent verfolgt.“

Hinsichtlich wirtschaftlicher Einbußen im Falle der Schließung einer Tagespflegestelle hat das Landesamt auf eventuelle EntschĂ€digungen nach dem Infektionsschutzgesetz sowie auf angekĂŒndigte UnterstĂŒtzung von Bund und Land fĂŒr KleinselbststĂ€ndige verwiesen.

Seitens des Kreisjugendamts wurde den Kindertagespflegepersonen bereits am 17. MĂ€rz mitgeteilt, dass die laufende Förderung weitergezahlt wird, wenn Kinder aufgrund von Krankschreibung, QuarantĂ€ne oder vorsorglicher Entscheidung der Eltern nicht zur Betreuung erscheinen. Daneben wird der Kreis die bewilligte laufende Geldleistung auch dann an die Kindertagespflegepersonen zahlen, wenn diese aufgrund von eigener oder QuarantĂ€ne einer haushaltsangehörigen Person ihre Tagespflegestelle schließen mĂŒssen.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 25.03.2020

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