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Fest der Freude wird für manches Haustier zum Beginn einer Qual

Nachdenkliches zum Tierkauf an Weihnachten - Zunächst beraten lassen

Unter manchem Tannenbaum hockt ein possierlicher Welpe, kleine Kätzchen tollen durchs festlich geschmückte Wohnzimmer, exotische Vögel werden samt Käfig verschenkt. Dennoch: Weihnachten, das Fest der Freude, kann für manches Haustier zum Beginn einer Qual werden. Daher gibt die Kreisverwaltung Ahrweiler einige Anregungen zum Kauf von neuen Hausgenossen.

Jede Anschaffung von Tieren sollte gründlich überlegt sein. Das gilt vor allem dann, wenn die Vierbeiner oder Vögel an andere verschenkt werden. Wer Tiere an Kinder oder Jugendliche abgibt, sollte vorher immer das Einverständnis der Eltern einholen. Die Erwachsenen müssen auf den neuen Hausbewohner vorbereitet sein, weil sie letztlich mehr Verantwortung tragen als die Kinder.

Der künftige Tierhalter muß in der Lage sein, das neue Lebewesen angemessen zu pflegen und unterzubringen. Das gilt für jeden Tag, jede Woche und jeden Monat - auch für die Urlaubs- und Reisezeit. Vor dem Kauf sollten daher Information und Fachberatung stehen. Oft wird auch verkannt, daß aus dem niedlichen Welpen später ein erwachsener und lebhafter Hund wird, der täglichen Auslauf braucht. Und: Kosten entstehen neben dem Kauf des Tiers auch für Tierarzt, Futter, Hundesteuer und Versicherung.

Wer sich zur Anschaffung eines Tieres entschlossen hat, sollte aber nicht nur an den Preis denken. Auch die Fachkompetenz der Zoohandlung sowie Präsentation und Unterbringung der angebotenen Tiere sollten die Kaufentscheidung beeinflussen. Dies gelte auch für den Kauf direkt beim Züchter, betonen die Kreis-Amtstierärzte.

Beim Kauf von exotischen Vögeln sollte nur heimische Nachzucht in Frage kommen. Hinlänglich bekannt sind die hohen Todesraten beim Vogeltransport über große Entfernungen. Durch Verzicht auf den Kauf von importierten Vögeln könne ein unmittelbarer und wirksamer Beitrag zum Tierschutz geleistet werden, heißt es weiter.

Direkten Tierschutz leistet auch, wer sich vor dem Kauf eines Hundes oder einer Katze im Tierheim umschaut. Dort wartet mancher Vierbeiner darauf, in ein liebevolles Heim aufgenommen zu werden. - Info: Tierheim Heckenbach-Frankenau (Ruf 02647/3375), Tierheim Remagen (Ruf 02642/21600).

Kleine Haustiere wie Hamster, Maus und Ratte - als sogenannte Spieltiere vor allem bei Kindern beliebt - sind nachtaktiv. Tagsüber stehen sie nicht als Spielkamerad zur Verfügung. Eine gewisse Verschiebung im Rhythmus von Tag und Nacht ist zwar möglich, doch dürfte nach Einschätzung der Kreisverwaltung mancher Hamster nur deshalb vorzeitig eingehen, weil die Besitzer solche artspezifischen Bedürfnisse der Tiere nicht beachtet haben.

Auch bei der vermeintlich unkomplizierten Zierfischhaltung werden zahlreiche Fehler begangen - insbesondere von Neu-Aquarianern. Die Auswahl der Fische darf nicht allein durch Aussehen und Farbe bestimmt sein. Die gemeinsam gehaltenen Fische müssen auch nach Art und Verhalten zusammenpassen. Größe und Ausstattung der Aquarien müssen ausreichend sein. Ein zu hoher Besatz ist nicht nur tierschutzwidrig, er führt auch zu vermehrten Krankheiten und Tierverlusten.

Abschließender Appell der Kreisverwaltung: Jeder trägt Verantwortung für das Mitgeschöpf Tier. Jeder Kauf sollte reiflich überlegt und langfristig geplant sein. Vielfältige Informationsschriften sind im Fachhandel verfügbar. Auch die Kreisverwaltung hält eine Info-Schrift bereit. Die Tierschutzfibel liegt im Foyer der Kreisverwaltung aus.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.12.1997

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