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HINWEIS (Artikel vom 09.05.1997):
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.


Der Anteil an Waldflächen nimmt ständig zu

Ausstellung bietet auch Einblicke in Landschaft früher und heute

Die Landschaft im Wandel der Zeit: Floß die Ahr zwischen Walporzheim und Ahrweiler 1913 noch durch eine fast freie Fläche mit Grasland und einige Obstbäumen, so verhüllen heute dichte Büsche und Bäume den Blick auf den Calvarienberg. Dokumentiert wird dieses veränderte Gesicht einer Kulturlandschaft in der Sonderausstellung "Zwischen Landskrone und Steinerberg - Fotografien um 1910 und 1996"; die 48 Panoramaaufnahmen sind noch bis 5. Juni im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen: Altenbaustraße Ahrweiler, "Weißer Turm", dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr.


Die Kreisverwaltung hat das historische und das aktuelle Foto vom Calvarienberg ausgewählt, um den Wandel der Landschaft aus Sicht der Landespflege zu beleuchten. Eine Erkenntnis vorweg: Der Anteil des Waldes an der Gesamtfläche im AW-Kreis steigt seit Jahren stetig an. Während die Eifel im vorigen Jahrhundert noch größenteils von Steppen und Weideland beherrscht wurde, übernahmen Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen und vor allem Waldgebiete mehr und mehr Oberhand. Heute wachsen Wälder auf 51,3 Prozent der Kreisfläche; allein seit 1981 stieg die Waldfläche kreisweit um 2.000 Hektar.


Wo früher Schafe und Rinder, Grünlandbewirtschaftung und Ackerbau für eine offene, extensiv genutzte Kulturlandschaft sorgten, nähert sich die Landschaft durch natürliches Zuwachsen und das Aufforsten landwirtschaftlich unrentabler Flächen dem ursprünglichen Waldzustand wieder an - wenn die Landespflege nicht eingreift.


In diesem Zusammenhang lassen sich die Aufgaben der Kreisverwaltung als Untere Landespflegebehörde beschreiben: Die Kreis-Landespflege kontrolliert und genehmigt - vereinfacht ausgedrückt - Eingriffe in die Natur- und Kulturlandschaft. Einige Beispiele: Kann eine bestimmte Straße gebaut werden? Ist eine Rodungsaktion zulässig? Dürfen die Städte und Gemeinden dieses oder jenes Areal als Baugebiet ausweisen? Wie können extensiv genutzte Lebensräume - beispielsweise Streuobstwiesen oder Grünland - weiter in der bisherigen Art bewirtschaftet werden? Die Entscheidungen bewegen sich oft auf dem schmalen Grat zwischen konträren Nutzungsinteressen: Einerseits will der wirtschaftende Mensch die Landschaft nutzen - andererseits gilt es die Natur zu schützen und zu pflegen.


Maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der Landschaft hatte und hat die Landwirtschaft. Früher gestaltete sie eine kleinstrukturierte, abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Heute ist die dem Konkurrenzkampf und dem wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, folglich verwandeln viele Landwirte ihre Äcker mit starker Düngung und erhöhtem Maschineneinsatz in regelrechte Freilandfabriken. Weil dabei gleichförmige Agrar- und Forstgebiete entstehen, verschwinden immer mehr extensiv genutzte Lebensräume mit den darin vorkommenden Pflanzen und Tieren. Auch hier - beim Erhalt einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft - findet die Landespflege eine zentrale Aufgabe.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 09.05.1997

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