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Alleinerziehende Mütter stellen ein "typisches Frauenproblem" dar

Evelyn Dirks seit einem Jahr Gleichstellungsbeauftragte - Handbuch neu erschienen

Alleinerziehende Mütter, die Sozialhilfe erhalten, machen den größten Teil jener Frauen aus, die zur Gleichstellungsbeauftragten der Kreisverwaltung Ahrweiler, Evelyn Dirks, kommen und Rat suchen. Vor Journalisten bezeichnete Dirks die Situation von Alleinerziehenden als "ein typisches Frauenproblem".


Anlässe für das Pressegespräch in der Kreisverwaltung Ahrweiler gab es gleich drei: zum ersten den jährlichen Internationalen Tag der Frau am 8. März und zum zweiten die aktualisierte Neuauflage des "Handbuchs für Frauen im Kreis Ahrweiler". Und der dritte Anlaß betrifft Evelyn Dirks persönlich: Vor einem Jahr, im März 1996, trat die Meckenheimerin ihren Dienst als Gleichstellungsbeauftragte im AW-Kreis an - Zeit also für ein Zwischenfazit.


Zum Arbeitsalltag der Gleichstellungsbeauftragten: Die Einzelfallberatung nimmt den breitesten Raum ein. Und hierbei sind es eben jene Alleinerziehenden, die persönliche Beratung wünschen und gezielt nach Kontaktstellen fragen. Nach der Geburt ihrer Kinder haben diese Frauen meist den Beruf aufgegeben, um sich der Erziehungs- und Familienarbeit zu widmen. Scheitert die Ehe, stehen sie oft ohne Arbeitsstelle und mit geringem oder keinem Einkommen da und sind auf Sozialhilfe angewiesen. "Das bringt ihnen schnell den Ruf ein, die Gesellschaft auszunutzen", beschreibt Dirks die häufig vertretene Meinung über solche Frauen. Und finden sie einen Job, lastet ein doppeltes Problem auf ihnen: die Unterbringung und Versorgung der Kinder sowie die Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber. Die AW-Gleichstellungsbeauftragte: "Alleinerziehende Frauen bekommen somit die strukturelle Ungleichheit von Mann und Frau in unserer Gesellschaft besonders stark zu spüren."


Belegt wird dieser Trend durch Zahlen, die das Statistische Bundesamt jetzt für 1994 veröffentlicht hat. Demnach sind "Sozialhilfeempfänger überwiegend weiblich und jung". Unter den 2,26 Millionen Personen in 1,15 Millionen Haushalten, die 1994 Sozialhilfe erhielten, überwogen Mädchen und Frauen mit 57,2 Prozent. 38,6 Prozent der Hilfeempfänger waren jünger als 18 Jahre. Als "besonders häufig" wird die Zahl der alleinerziehenden Frauen bezeichnet (265.800 Fälle). Insgesamt stieg die Zahl der Sozialhilfeempfänger 1994 bundesweit um 6,3 Prozent gegenüber 1993.


Um solchen Frauen im Kreis Ahrweiler helfen zu können, ist Evelyn Dirks auf Organisationen, Einrichtungen und Kontaktstellen angewiesen: Arbeitsämter, Kirchen, Parteien, der Kinderschutzbund, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen, um nur einige zu nennen. 60 dieser Stellen im gesamten Kreisgebiet, die Frauen helfen können, sind im neuen "Handbuch für Frauen" aufgeführt - mit Aufgaben, Zielen, Adressen und Ansprechpartnern. Die Broschüre im A5-Format mit blau-weißer Titelseite liegt kostenlos aus bei der Kreisverwaltung, Banken, Sparkassen und in einigen Arztpraxen. Die Vorstellung des neuen Handbuchs nutzte Evelyn Dirks auch, "um all jenen frauenrelevanten Einrichtungen Dank zu sagen für die gute und hilfreiche Zusammenarbeit".


Der zentrale Ansatz im Konzept der AW-Gleichstellungsbeauftragten lautet: Veränderungen im Bewußtsein sind nur zu erreichen, wenn sie bereits in der Kindererziehung ansetzen. Verwirklichen will die Sozialpädagogin, die vor ihrem Dienstantritt in der Ahrweiler Wilhelmstraße zwölf Jahre im Katholischen Bildungswerk Meckenheim verantwortlich zeichnete für die Eltern-Kind-Arbeit und die Fortbildung von Sozialpädagogen, eine solche Idee in zahlreichen Seminaren.


Vier regelmäßige Seminare im AW-Kreis hat sie bereits angeboten, zum Thema Erziehung und Rollenverständnis sowohl für Eltern als auch für Pädagogen beispielsweise. Dabei erkannte sie "ein großes Informationsbedürfnis" der Teilnehmer. Eine weitere Seminarreihe zum Thema Selbstsicherheit bei Frauen sei ebenfalls gut angenommen worden. Für die Kolleginnen in der Kreisverwaltung, für deren Bedürfnisse sie ebenfalls zuständig ist, veranstaltet sie außerhalb der Dienstzeiten Gesprächsrunden, unter anderem zum Thema Selbstbewußtsein. Mit Sonderseminaren richtet sie sich an alleinerziehende Mütter, Kindergärtnerinnen und, in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte, an "Frauen nach der Familienphase", wenn also die Kinder größer sind. - Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Gleichstellungsbeauftragte Evelyn Dirks, Ruf 02641/975-392.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 06.03.1997

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