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Artenreiche Wiesen im Kreis Ahrweiler

Wiese ist nicht gleich Wiese! Denn je nach Höhenlage, Untergrund und Nutzung entwickeln sich mehr oder weniger artenreiche Wiesen, die ganz unterschiedlichen Arten Lebensraum bieten. Im Kreis Ahrweiler gibt es circa 2.500 Hektar artenreiche Wiesen und Weiden. Doch wie unterscheiden sich die Wiesentypen voneinander?

Welche Wiesentypen gibt es im Kreisgebiet?

Magerwiese
Magerwiesen zeichnen sich durch ihre große Artenvielfalt aus. Sie bieten viel Raum für lichtliebende Kräuter – etwa Thymian. Eine magere Wiese kann auf unterschiedlichen Böden entstehen, wobei bei allen die Armut an Nähstoffen gemeinsam ist.

Feucht- und Nasswiese
Feucht- und Nasswiesen sind schwer zu bewirtschaften und selten geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie meist durch Entwässerung und Düngung in Fettwiesen und Äcker umgewandelt. Feucht- und Nasswiesen gibt es – wie es der Name bereits vermuten lässt – überall dort, wo es feucht bzw. nass ist, unabhängig von der Höhe.

Halbtrockenrasen
Halbtrockenrasen entwickeln sich auf steinigen, hängigen Böden. Besonders artenreiche Kalk-Halbtrockenrasen finden sich heute noch bei geringer, aber regelmäßiger Mahd oder Beweidung auf Löss- oder Kalkböden an den Hängen des unteren Ahr- und Brohltals sowie des Rheintales. Sie beherbergen besondere Pflanzen, etwa Helm-Knabenkraut, Wiesen-Salbei oder Bocks-Riemenzunge. Silikat-Halbtrockenrasen finden sich dagegen im mittleren Ahrtal sowie auf den Vulkan-Kuppen.

Bergwiese
Ab etwa 500 Metern bilden sich in Höhenlagen Bergwiesen aus, sofern kaum gedüngt wird. Die größten zusammenhängenden Bergwiese im Kreis Ahrweiler sind rund um die Nürburg zu finden. Bergwiesen enthalten eine Vielzahl Insekten und Pflanzen, wie etwa den Wald-Storchschnabel.

Fettwiese
Ihren Namen haben die Fettwiesen durch ihre gute Nährstoffversorgung. Wenn sie nicht zu intensiv genutzt werden, können sie auch artenreich ausgeprägt sein. Bei starker Düngung setzen sich jedoch wenige schnellwüchsige Arten durch und verdrängen die Vielfalt der selteneren Arten.

Streuobstwiese
Streuobstwiesen bestehen aus Wiesen und Weiden mit Hochstamm-Obstbäumen. Sie bieten Nistmöglichkeiten und Nahrungsgrundlagen für viele Insekten und Vogelarten. Obstbäume können bei guter Pflege ein hohes Alter erreichen.

Was ist die Besonderheit einer Streuobstwiese?

Streuobstwiesen waren in der Vergangenheit ein weit verbreiteter Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft. Die Grünlandflächen mit hochstämmigen Obstbäumen gehören heute laut Bundesamt für Naturschutz zu den stark gefährdeten Biotoptypen. Im Rahmen des Projekts „Artenreiche Wiese“ gebietet der Kreis Ahrweiler dieser negativen Entwicklung Einhalt und fördert Ortsgemeinden und Ortsbezirke, Vereine und bürgerschaftliche Gruppierungen bei Neuanlage von Streuobstwiesen. Die Fläche sollte dabei mindestens fünf Bäume im Abstand von elf Metern haben und möglichst artenreich sein. Für die Streuobstwiese eignen sich in erster Linie veredelte Hochstämme, denn sie haben geringe Anforderungen an den jeweiligen Standort.

Streuobstwiesen bieten einer umfangreichen Tierwelt ein Zuhause. Dabei spielt die Honigbiene eine besondere Rolle, kann sie doch mit ihrem Volk die größte Bestäubungsarbeit leisten. Insgesamt kann es auf einer Streuobstwiese 2000 bis 5000 Tierarten, meist Insekten, geben. Artenreich ist auch die von Gräsern und Kräutern dominierte Krautschicht, die durch eine extensive Beweidung mit Rindern oder Schafen begünstig wird. Zu den wichtigen Pflanzen gehören unter anderem etwa die Wilde Möhre, Löwenzahn und Schafgarbe. Abgerundet wird die Artenvielfalt durch Vögel, Frösche und Säugetiere wie Fledermaus, Igel oder Feldhase. In seltenen Fällen kann man noch einen heute selten gewordenen typischen Streuobstwiesenbewohner, den Steinkauz, dort beobachten.

In Waldorf wird die Tradition der historischen Landnutzung weiterhin großflächig fortgeführt. Seit über zehn Jahren gibt es dort den Streuobstwiesen-Lehrpfad. Zahlreiche Schautafeln mit interessanten Informationen veranschaulichen die Streuobstwiesen. Jedes Jahr im Herbst ernten die Waldorfer Äpfel und Birnen in Bioqualität.

Weitere größere Streuobstwiesen sind in Bad Bodendorf, in Koisdorf, in Lohrsdorf (Orchideenwiesen und Ahraue), Grafschaft-Nierendorf, Ahrbrück oder am Laufenbacher Hof bei Fuchshofen.

Ertragreichere Obstplantagen haben die Streuobstwiese als Landschaftselement weitestgehend verdrängt; sie haben dadurch nur noch eine sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung. Ein wichtiger Lebensraum von Pflanzen und Tieren geht dadurch immer mehr zurück. Zwischen 1965 und 2010 wurden Streuobstwiesen in Mitteleuropa um 75 % reduziert. Verbliebene Bestände werden nur noch selten gepflegt und allmählich von Niederstammanlagen und üppigen Obstplantagen verdrängt. Helfen Sie mit, Streuobstwiesen auch im Kreis Ahrweiler wieder zu einem landschaftsprägenden Grünland zu entwickeln.

Bei der Neuanlage von Streuobstwiesen im Kreis Ahrweiler sind folgende Vorgaben für eine Förderung im Rahmen des Projektes „Artenreiche Wiese“ zu beachten:

  • Die Anlage soll auf bisher für blütensuchende Insekten geringwertigen Flächen erfolgen
  • und mindestens 5 Bäume umfassen
  • Mindestabstand der Bäume: 11 Meter
  • Anlage möglichst artenreich (= verschiedene Obstsorten)
  • Hochstamm-Obstbaumsorten und Wildobstarten entsprechend der Empfehlungsliste der Kreisverwaltung auswählen
  • Die Fläche der Streuobstwiese ist extensiv zu pflegen, d. h. Verzicht auf Düngung, 1-2malige Mahd / Jahr mit Abräumen des Mahdguts, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Streuobstwiesen sind dauerhaft vorzuhalten (im Sinne der Pachtvertragsregelung mind. 25 Jahre)
  • Antragsstellung vor Beginn der Maßnahme

Eine Ergänzung/Erweiterung bereits bestehender Streuobstwiesen unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Kriterien ist grundsätzlich möglich.

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