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Kreisverwaltung Ahrweiler - Geflügelpest - klassische und atypische

Geflügelpest - klassische und atypische

Klassische Geflügelpest (aviäre Influenza) und die atypische Geflügelpest oder Newcastle-Krankheit (Newcastle-Disease / ND)

Beide Erkrankungen stellen in der Regel keine Gefahr für den Menschen dar, sind jedoch für Geflügel hoch ansteckend. Sie können in der Geflügelpopulation zu erheblichen Ausfällen bis zu Totalverlusten führen. Deshalb sind beide Tierseuchen anzeigepflichtig und werden durch die Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest und die Newcastle-Krankheit (Geflügelpest-Verordnung) gemaßregelt.
Von rechtlicher Seite gesehen besteht ein großer Unterschied zwischen beiden Erkrankungen: Für die klassische Geflügelpest besteht ein Impfverbot und für die Newcastle-Krankheit besteht Impfpflicht.

Die klinischen Erscheinungen der klassischen Geflügelpest können sehr vielfältig sein und sind nicht typisch für diese Erkrankung. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und klinischer Erkrankung) ist mit 2 bis 5 Tagen sehr kurz, dabei erkranken nahezu alle Tiere des Bestandes. In eierproduzierenden Betrieben geht die Legeleistung drastisch zurück und es treten vermehrt schalenlose Eier auf. Die Tiere sind im Allgemeinbefinden stark gestört, sehr schwach und zeigen häufig Symptome wie Atembeschwerden, wässrige Durchfälle, Bewegungsstörungen und/oder Apathie. Die Krankheitsdauer beträgt etwa 2 bis 7 Tage.
Die Seuche kann alle Geflügelarten befallen, wobei zahlreiche Wildvogelarten nicht klinisch erkranken, jedoch als Virusträger und -ausscheider an der Verbreitung beteiligt seien können.
Das Virus wird mit dem Kot und anderen Körpersekreten ausgeschieden. Die Weiterverbreitung erfolgt durch den direkten Kontakt der Tiere untereinander oder durch kontaminiertes Trinkwasser und Futter im Bestand. Ein weiterer Übertragungsweg ist der Handel mit infizierten Tieren, Eiern und Transportbehältnisse bzw. Verpakkungsmaterialien. Nicht zuletzt kann auch der Mensch das Virus weiterverbreiten, wenn nicht auf ausreichende Schutzkleidung, sowie ständige Reinigung und Desinfektion geachtet wird.

Deshalb an dieser Stelle die Bitte an alle Geflügelhalter im Kreisgebiet:

  • Möglichst wenig privaten Tierverkehr.
  • Auch den Personenverkehr im Bestand so gering wie mögliche halten.
  • Den Kontakt der eigenen Tiere mit anderen, insbesondere mit Wildvögeln, vermeiden.
  • Tiere und Produkte unbekannter Herkunft nicht in den heimischen Bestand verbringen.
  • Die Schadnagerbekämpfung und Fütterungshygiene intensivieren und nicht zuletzt eine regelmäßige Bestandskontrolle durchführen.

Durch die Beachtung dieser Maßnahmen läßt sich ein Einschleppungs- bzw. Infektionsrisiko schon erheblich senken.

Als letzten, aber sehr wichtigen Hinweis möchte das Veterinäramt die Geflügelhalter an die Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit erinnern.


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